Ein Rundgang durch Facebook, Instagram & Co zeigt im Überblick: Einige diözesane Persönlichkeiten, Pfarren oder kirchliche Einrichtungen haben mit ihrem Auftritt eine beachtliche Reichweite. Manche nutzen die Medien etwa für die Weitergabe von Veranstaltungstipps, andere auch zur Seelsorge.
Die „Sozialen Medien“ (so sozial sind sie allerdings oft gar nicht …) ermöglichen es der Kirche und den Pfarren, Glaube sichtbar, Dialog möglich und Hoffnung zugänglich zu machen. Es ist ein Raum für Verkündigung, Informationen, Seelsorge und Gemeinschaft im Alltag. Der Kirche wird oft nachgesagt, ihre Auftritte in den „Sozialen Medien“ verschlafen zu haben, doch es gibt seit Jahren einige Priester, die herausragende Reichweiten haben. Und auch Bischof Alois Schwarz hat den Wert von Facebook, Instagram und Co. erkannt, er ist ein echter „Quotenkaiser“. Über 45.000 Menschen folgen ihm auf Instagram, Facebook und TikTok, wo er regelmäßig kurze Glaubensimpulse, ethische Denkanstöße und seelsorgliche Gedanken teilt. Mit Verweis auf Papst Leo XIV., der zu einer achtsamen Sprache aufgerufen hat, plädierte der Bischof dafür, keine aggressiven Worte zu benutzen, sondern Worte der Liebe zu suchen und sich um eine Haltung der Aufmerksamkeit und Liebenswürdigkeit zu bemühen.
5.056 Follower folgen der Diözese St. Pölten auf Facebook und 2.329 Follower auf Instagram. Auf der populären TikTok-Plattform – wo vor allem Kurzvideos hochgeladen werden – sind diözesane Spuren eher schwierig zu finden.
Pfarren nutzen WhatsApp
Gekonnt nutzt Sr. Karina Beneder Whats-App. Die aus der Pfarre Kollmitzberg stammende und in Peru wirkende Franziskanerin, Umweltpädagogin und Missionarin informiert damit ihre vielen Unterstützerinnen und Unterstützer in der Diözese St. Pölten und vor allem im Raum Zwettl.
Viele Pfarren nutzen WhatsApp als Informations-Plattform, etwa für Impulse, Gottesdienstzeiten, Veranstaltungshinweise oder Erinnerungen an besondere Tage (z. B. Advent, Fastenzeit).
Empfänger sehen sich nicht gegenseitig und WhatsApp wird von vielen als direkte, zuverlässige Kommunikation erachtet.
Die Viehdorfer Pfarrsekretärin Elisabeth Gruber berichtet aus der Praxis: „Wir nutzen das Pfarrhandy zur Infoweitergabe, laden zu pfarrlichen Aktivitäten und Veranstaltungen ein, erklären Aktionen wie Glockengeläut gegen Hunger und erinnern an wichtige Termine und Gottesdienste. Auch außerplanmäßige Gottesdienstzeiten werden im Pfarr-Whats-App kommuniziert.“ Grundsätzlich wird vorrangig über Aktivitäten aus der Pfarre Viehdorf informiert, damit die Nutzer nicht mit Datenmengen überfrachtet werden. Besonders praktisch sei die „schnelle und unkomplizierte Informationsweitergabe“, wenn es zu Terminverschiebungen
(z. B. wegen Krankheit), Planänderungen (z. B. die Feldmesse wird aufgrund der Witterung doch in der Kirche stattfinden) oder wichtigen Ereignissen (Tod des Papstes) kommt. Gruber: „Wir können also schnell auf Aktuelles reagieren und erreichen einen großen Teil der Pfarre.“
Mehrere Priester stark präsent
Rupert Grill, Leiter des Pfarrverbandes Enns-Donauwinkel, ist einer der Vorreiter bei Predigt-Videos: Diese können meist auf seinem YouTube-Kanal angeschaut werden. Mit 4.841 Freunden bzw. 4.961 Freunden sind die Pfarrer von Steinakirchen/Forst, Hans Lagler, und vom Pfarrverband Mautern, P. Clemens Reischl, seit Jahren umtriebig auf Facebook unterwegs. Ihre Beiträge werden stets von vielen gelikt (Daumen hoch, „Gefällt mir“). Auch Priester Prof. Josef Spindelböck hat mit 4.408 Freunden viel Potential. Einer, der die negativen Auswirkungen von Kommentarmöglichkeiten bereits erlebt hat, ist Peter Bösendorfer, Pfarrer der Pfarrpartnerschaft Amstetten-St. Stephan und St. Marien. Negative Kommentare gegen ihn und allgemeiner Frust gegen die Kirche veranlassten ihn, seinen erfolgreichen Facebook-Account wieder zu löschen. „Ich investiere meine Zeit lieber in echte Begegnungen. Wir sind eine große Pfarrgemeinschaft und haben ein offenes Pfarrhaus – da erreiche ich auch viele Menschen“, so Pfarrer Bösendorfer.
Auch Jugendseelsorger Manuel Sattelberger, Kaplan von Zwettl-Stadt, Friedersbach und Groß Globnitz, sowie Luca Fian, Kaplan in Waidhofen/Ybbs, sind die zahlreichen realen Begegnungen mit Menschen wichtig. Gleichzeitig setzen sie auf Facebook und Instagram – mit einer beachtlichen Reichweite. Damit erreichen sie schnell Tausende Freunde und Follo-wer. Einer der Gründe dafür liegt wohl darin, dass sie Beiträge posten, in denen sie als Priester authentisch wahrgenommen werden.
Kaplan Fian betont gegenüber „Kirche bunt“: „Ich bin auf Facebook und Instagram, weil es mir Freude macht, den Menschen zu zeigen, wie schön und vielfältig Glaube und Kirche sein können, also eine andere Art und Weise für Christus Zeugnis zu geben. Auch das Vernetzen und Bewerben von Veranstaltungen läuft über diese Kanäle unglaublich gut.
Das Schönste aber ist, wenn Menschen zufällig einen Beitrag von mir sehen, Kontakt aufnehmen und ganz niederschwellig über den Glauben schreiben und diskutieren wollen. Das mündet oft sogar in wirklicher Seelsorge.“
Ebenfalls wichtige „Verteiler von Informationen“ sind Laien: etwa die Theologin Michaela Lugmaier mit ihren oftmaligen Impulsen, die früheren Katholische Aktion-Repräsentanten Anna Rosenberger und Armin Haiderer, oder Diözesansportgemeinschaft-Vorsitzender Sepp Eppensteiner. Nachrichten von Personen werden in der virtuellen Welt oft mehr gelikt und wahrgenommen als von Organisationen. Viel Kirchliches veröffentlicht auch Leo Baumberger auf der Gemeindewebsite von St. Oswald, hohe Zugriffszahlen zeugen von der Qualität seines Schaffens.
Seit Jahren ist auch die Salesianer-Pfarre Amstetten-Herz Jesu mit täglichen Einträgen vom Pfarrleben auf Facebook. Mit 1.232 Followern ist die Seite eine der stärksten diözesanweit. 988 Freunde hat die Pfarre Lilienfeld. Auch die Pfarren St. Valentin (793), Purgstall (774) oder Krems-St. Paul (724) bemühen sich seit Jahren um eine umfangreiche Berichterstattung – zusätzlich zu ihrer Website. Auch mehrere weitere kirchliche Organisationen im Diözesangebiet informieren über die „Sozialen Medien“, wobei die Reichweite oft sehr niedrig ist. Ausnahmen sind etwa die diözesane Katholische Frauenbewegung (1.548 Follower), das diözesane Jugendhaus Schacherhof in Seitenstetten (1.233 Follower) oder die Diözesansportgemeinschaft St. Pölten (912 Follower).
Unsere Stifte erreichen dagegen ein großes Publikum auf Facebook: die Benediktinerstifte Melk (9.614 Follower), Göttweig (7.600 Follower) und Seitenstetten (4.524 Follower) sind auf Facebook Vorreiter. Professionell aufbereitet ist auch die Seite der Caritas St. Pölten mit 7.195 Followern.
Haag: Baustellen-Fortschritte
Ein Tipp ist der Instagram-Auftritt der Stadtpfarre Haag. Auf witzige und informative Weise werden dort Baustellenfortschritte beim Pfarrhof-Neubau vorgestellt – mit Pfarrer Helmut Prader als fleißigem Bauherrn. Stark auf Instagram präsent ist Thomas Schmid, Kaplan im Pfarrverband Altenmarkt, Pisching, St. Oswald und Ysper. P. Hermann Joseph Schöppe vom Stift Lilienfeld hat beachtliche 6.108 Follower, seine Aktivität beweisen die bisher 1.835 geposteten Beiträge.
Seit der Karwoche ist auch Generalvikar Christoph Weiss auf Instagram. Auf einfallsreiche, tiefgründige und manchmal humorvolle Weise bringt er vor allem einem jugendlichen Publikum den Glauben näher. Auch die Jugendpastoral Stift Melk erreicht mit 1.535 Followern viele Junge. Apropos Stift Melk: der Melker Benediktiner Pater Alois Köberl zählt zu den kreativsten kirchlichen Online-Vertretern. Auf beachtliche Instagram-Zahlen können das Stift Göttweig (6.604 Follower) und das Stift Lilienfeld (3.652) verweisen.
Tipps für Social Media
1. Klare Zielsetzung: Warum nutzt die Pfarre die Plattform? (z. B. Infos verbreiten, Menschen einladen, Glauben teilen).
2. Regelmäßigkeit & Verlässlichkeit. Lieber regelmäßig ein Mal pro Woche posten als sporadisch oder unkoordiniert.
3. Zielgruppen beachten! Instagram: Jüngere Zielgruppen (ab ca. 13–35 Jahre); Facebook: Erwachsene, oft 35+; WhatsApp: Ideal für direkte Kommunikation (z. B. für Gruppen).
4. Datenschutz ernst nehmen! Keine Fotos von Personen ohne deren Zustimmung; keine sensiblen Infos veröffentlichen (Krankheitsfälle, Adressen, Telefonnummern ...).
5. Transparenz und Glaubwürdigkeit: authentisch bleiben, keine „Hochglanzwerbung“ – echte Inhalte wirken stärker.
„Kirche bunt“ freut sich ebenfalls über neue Follower und Likes: Wir sind auf Facebook und Instagram vertreten! W. Zarl